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Projekte 22. Mai 2012
 
Nepal -
Im armen Königreich Nepal (März 2005)

Centennial-Projekte des Distrikts 1860 in Nepal

Artikel aus dem Rotary Magazin 10/2004 - Download des Original-Artikel als pdf-Dokument (476 kB)

Mitwirkende: Distrikt 1860
RFPD Deutsche Sektion
RC Darmstadt-Bergstraße, Distrikt 1860
RC Kathmandu Mid-Town, Nepal, Distrikt 3290
RC Mount Everest, Nepal Distrikt 3290

1. Adolescent-Projekt, das Projekt für Jugendliche

Zur Ausgangssituation

In den Gemeinden Hetauda und Banepa in den Distrikten Maghwanpur und Kavre in Nepal leben 84000 Menschen; hiervon sind 32 % Jugendliche im Alter von 10 – 24 Jahren. Das Projekt wendet sich an diese jungen Menschen sowohl in den Schulen als auch an Berufstätige.

Wir sind uns dabei bewusst, dass die Gesundheit, Ausbildung und das Wohlergehen der zukünftigen Generationen weitgehend davon abhängen, welche Entwicklungsmöglichkeiten diese jungen Menschen haben.

Die zukünftigen Entscheidungen dieser Jugendlichen über die Zahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt bestimmen zur gegebenen Zeit entscheidend die Größe und Lebensqualität der zukünftigen Bevölkerung. Ohne Zugang zu Informationen über reproduktive Gesundheit und ohne die Möglichkeit, sich über Sexualität zu informieren und Verhütungsmittel zu erwerben, auch zum Schutz vor AIDs, können diese Jugendlichen weder informierte Entscheidungen treffen, noch sich ihnen gemäß verhalten.

Zur Vorgehensweise

Das im Juni 2003 begonnene und 1 ½ Jahre laufende Projekt wird umgesetzt mit einer NGO einer hierin erfahrenen Nichtregierungsorganisation, der ADRA. Es findet in den genannten Regionen in enger Abstimmung mit den Behörden, den verantwortlichen Mitgliedern einer Gemeindeverwaltung und den regionalen Gesundheitsdiensten statt.
Die Ziele sind

  • 1. die Erziehung der Jugendlichen zu gesundheitlich richtigen Entscheidungen als auch ihren Zugang zu verbessern zu jugendfreundlichen Gesundheitsdiensten. Hierbei ist auch an die Verhütung von AIDs gedacht, das in Nepal mit 0,3 % nach Indien mit 0,7 % die zweithöchste Verbreitung in Südasien aufweist.
  • 2. Es erfolgt eine Schulung der fachlichen Kompetenz derjenigen Personengruppen, die die Jugendlichen in Fragen der reproduktiven Gesundheit schulen werden. und
  • 3. ist die Akzeptanz in der Öffentlichkeit für jugendfreundliche Gesundheitsdienste zu verbessern. Hier ist u.a. auch an eine Kommunikation mit z.B. Müttergruppen gedacht.
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten, einmal die erwähnte Schulung jener Personen, die den Jugendlichen in diesen Fragen gegenüber stehen und dies betrifft in besonderer Weise die Schulung von PEER-Educators, das sind jugendliche Trainer, die in den Schulen, in den Fabriken und den Jugendclubs sich der Aufgabe annehmen anderen jungen Menschen die Kenntnisse, in besonderem Maße der reproduktiven Gesundheit, zu vermitteln.

Die PEER’s werden einmal trainiert in der Durchführung von Schulungsveranstaltungen und zum zweiten in der Darstellung sog. Street-Drama’s, einer besonders in der Bevölkerung geschätzten bildhaften und sehr eindrucksstarken Informationsweise. Ich hatte bei meinem letzten Besuch in Nepal im Januar diesen Jahres die wertvolle Gelegenheit mit einer PEER-Gruppe zu sprechen. Dies sind ehrenamtlich tätige, sehr engagierte und hochmotivierte junge Menschen etwa im Alter zwischen 16 und 22 Jahren, die gerne bereit sind über die Projektdauer hinaus, das ist Ende 2004, diese Aufgabe der Schulung ihrer Altersgenossen weiter wahrzunehmen.

Über die Finanzierung eines solchen Anliegens sollte in unserem Distrikt zur gegebenen Zeit einmal gesprochen werden. Ich erwähnte eingangs unter Zielen des Projektes die „Förderung einer sozialen Verbesserung“. Hierzu werden Seminare zur Förderung von Know-How durchgeführt, die das Entwickeln von beruflichen Fertigkeiten und Führungsqualitäten im Beruf oder dem öffentlichem Leben betreffen.

Projektstatus:

Das Projekt wurde im Juni 2003 begonnen und läuft 2 Jahre bis Mitte 2005. Die Projektsumme von 49.639 US$ wird vom Distrikt mit 30.205 US$ und von RFPD mit 19.434 US$ finanziert.

2. Das Projekt für Familien, das ANM-Projekt

Es geht darum in einem Land wie Nepal, mit einem jährlichen Wachstum von 2,3 % das Wachstum anzuhalten, einem Land in der die Fruchtbarkeitsrate einer Frau 4,5 beträgt. D.h. jede verheiratete Frau bringt im Durchschnitt 4 - 5 Kinder zur Welt. Wenn die beiden Länderausschüsse in Nepal und Deutschland sich vorgenommen haben, in dem bitterarmen Land Nepal ein Projekt Verantwortete Elternschaft und gesunde Familien zu verwirklichen, wie fangen wir das denn an?

Zur Ausgangslage habe ich einiges bereits gesagt; hinzuzufügen ist: Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren beträgt 10 % das entspricht im Durchschnitt 91 Jungen und 106 Mädchen per 1000 Geburten (In Deutschland sind es 6 per Tausend). Nur 1,3 % der Geburten erfolgen unter Begleitung von hierzu ausgebildetem Personal. Die Müttersterblichkeit beträgt in Nepal 0,8 %, d.h. bei 100.000 Geburten sterben 830 Frauen; in Deutschland sind dies 12 Frauen.

Die Gründe für die hohe Kinderzahl in den Familien in den armen und ärmsten Regionen dieser Welt sind einmal die miserablen gesundheitlichen Bedingungen, die zu der hohen Kinder- und Müttersterblichkeit führen. Dies ist dann Anlass für Entscheidungen mehr als 2-3 Kinder, also 5 – 6 oder noch mehr zu bekommen, die dann wegen der Armut der Familie für die Eltern im Alter sorgen sollen.
Zum anderen sind es die wirtschaftlichen Verhältnisse, die es ihnen nicht erlauben, Altersvorsorge nach unserem Verständnis zu schaffen.

Es besteht Konsens darüber, dass ein soziales Entwicklungsprogramm in den armen Ländern die beste Strategie ist, um ein weiteres Bevölkerungswachstum anzuhalten. Unser Distriktprojekt umfasst 3 Zielbereiche:

  • die Schulung in reproduktiver Gesundheit
  • die Unterrichtung in Familienplanung und Child-Spacing
  • die Förderung einer sozialen Verbesserung

Zur reproduktiven Gesundheit

Eine ausgebildete ANM, eine Auxiliary-Nurse-Midwife, das ist eine Hilfskrankenschwestern-Hebamme, soll in entlegenen Gegenden, in denen der Zugang zu den Health-Centers der Regierung nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist, ihren Dienst den um Rat und Hilfe suchenden Frauen zur Verfügung stellen. Sie erhalten aus unseren Projektmitteln die Ausstattung einer „Mini-Klinik“, die sie in den Stand setzt ihre Aufgabe fachlich und materiell ordentlich auszuführen. Sie werden die Frauen in Gesundheitspflege beraten und mit Rat und Tat auch bei einer Geburt in den zuvor genannten Anliegen helfen.

Unterrichtung in Familienplanung und Child-Spacing

In ihrer Funktion als ANM wird sie die Frauen und Mütter auch über die Methoden der Geburtenregelung unterrichten. Der Nepalesische Staat stellt die Mittel hierzu teils kostenlos oder bei gewissen Methoden (z.B. dem Implantat) zu sehr geringen Kosten zur Verfügung. Jedoch in abgelegenen Gegenden, die teilweise nur zu Fuß erreicht werden können, ist diese Verfügbarkeit kaum gegeben.

Die Förderung einer sozialen Verbesserung der Lebensumstände soll durch die Gewährung von Micro-Crediten erfolgen. Den Familien soll ermöglicht werden eine einfache und solide Existenz aufzubauen. Das Micro-Credit-System ist in vielen Entwicklungsländern seit einigen Jahren etabliert und es bestehen gute Erfahrungen in der Umsetzung. Die Micro-Credite werden nur an Frauen von sehr armen Familien vergeben, die nie von einer Bank jemals als Kreditwürdig angesehen würden. Nur an Frauen deshalb, da die Erfahrung vorliegt, dass nur Frauen diese Mittel in erster Linie zum Wohl ihrer Familie einsetzen.

Die Vergabe erfolgt in einem geordneten System. Ich war bei meinem letzten Besuch bei einer Versammlung einer solchen Micro-Credit-Gruppe anwesend und konnte sehen wie neue Kredite vergeben werden und die Zurückzahlung der monatlichen Zins- und Tilgungsraten abgewickelt wird.

Wir beabsichtigen nun unsere ausgebildeten ANM’s in der Vergabe von Micro-Crediten zu schulen und sie so mit der Handhabung der von unserem Distrikt finanzierten Micro-Credite zu betrauen

Die 3 Einzelmaßnahmen

  • Schulung in reproduzierbarer Gesundheit
  • Familienplanung oder auch „Child-Spacing“ genannt, d.h. das Erreichen größerer Abstände zwischen den Geburten der Kinder und
  • Micro-Credite zur Verbesserung der wirtschaftlichen Zukunft der Familie
werden, davon bin ich überzeugt, in einer gewissen Zeitstrecke zu einem Anhalten des Bevölkerungswachstums in der Region Nepal führen, in der wir tätig sind. Wir sehen unser Projekt auch als Pilotprojekt, dessen Ergebnisse zur gegebenen Zeit durch weitere Projekte Rotary’s in entlegenen Regionen vervielfältigt werden

Der Projektstatus:

Für das Projekt mit einem Gesamtwert von 82.354 US$ wurde am 5.Mai 04 von TRF ein Matching Grant mit 28.235 US$ genehmigt.

 Distrikt 1860  16.500 €
 19.410 $
 RFPD17.000 € 
20.004 $
 DDF Mittel des Distrikts2.000 €
2.353 $
 RC Darmstadt-Bergstrasse10.000 €
11.766 $
 RC Kathmandu Mid-Town  250 €
294 $
 RC Mount Everest250 €
  294 $
 Matching Grant24.000 €
28.235 $
 Gesamtbetrag70.000 €
82.354$
   
Zur Realisierung des Projektes hat der Nepalesische Länderausschuss ein achtköpfiges Management-Komitee gebildet, das seine Arbeit aufgenommen hat. Das Projekt wird drei Jahre laufen. Berichte über Arbeitsfortschritte werden in 6-monatigem Abstand an TRF und an den Distrikt gehen.

Hans Martin Scheuch, RC Darmstadt-Bergstraße


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