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Nachrichten 22. Mai 2012
 
Samstag, 17. Dezember. 2005

RFPD jetzt Rotarian Action Group

Auf der Jahresversammlung am 10.12.2005 in Frankfurt konnte Vorsitzender Robert Zinser von großen Fortschritten berichten: RFPD ist seit 08.12.2005 als erste Rotarian Action Group anerkannt, und in Nigeria ist das Fistula-Großprojekt angelaufen.

Robert ZinserBericht des Vorsitzenden Robert Zinser

RFPD und RI
Im Weltgemeindienst spielt RFPD eine wichtige Rolle. So ist der RFPD Chairman Mitglied des RI Weltgemeindienst Komittees 2004-05, und in sämtlichen Workshops der Kairoer Konferenz vor einem Jahr sah man Population-Projekte als notwendig für eine nachhaltige Entwicklung an.

RFPD weltweit
Weltweit hat RFPD jetzt 25.000 Mitglieder, davon zahlen 16.000 Beitrag. Damit ist sie nicht nur die stärkste Fellowship, sondern auch die älteste Service related Fellowship Rotarys. Durch die Unterstützung von Clubs und Distrikten bei Population Issues leistet RFPD einen Beitrag, die Milleniumsziele der UNO zu erreichen.
Durch Training von Country Chairs hat man die Organisation der nunmehrigen Action Group weiter verbessert.

German Section
Mitgliederzahl und Projekte der German Section nehmen weiter zu. "Unsere Projekte verändern nachhaltig Verhalten und Strukturen", so Zinser. Inzwischen ist das Fistula-Projekt in Nigeria angelaufen (siehe unten), für das man 14 Clubs als Matching Grant Sponsoren gewinnen konnte. Zahlreiche Vorträge, drei Vorstandssitzungen und umfangreiche Kommunikation zeugen von reger Aktivität. Für die Zeit bis 2007 stehen Ämterwechsel im Vorstand an, die sorgfältig vorbereitet werden müssen.

Vorhaben 2006
Im nächsten Jahr soll der Mitgliederbestand auf 10.000 anwachsen. Eine Kampagne soll die Bevölkerungsthemen tief in Clubs und Distrikte, besonders aber in Rotaract und Inner Wheel tragen.
Weitere Projekte sollen begonnen und die Kofinanzierungen (z.B. mit EU-Mitteln) ausgebaut werden. Dazu strebt der Vorstand an, noch professioneller auf allen Ebenen zu arbeiten.


Hinweis:
Seit dem 1. Juli 2005 gibt es so genannte "Global Networking Groups". Darunter fallen die bekannten Fellowships, die berufliche oder Freizeitinteressen verfolgen. Darunter fallen aber auch die neu eingesetzten Rotarian Action Groups, welche durch internationale Serviceprojekte die Ziele Rotarys vorantreiben. Global Networking Groups sind nicht an Rotary-Programme gebunden, die über Club- und Distriktstrukturen abgewickelt werden. Auf der RI Website heißt es dazu:
"A Rotarian Action Group is a voluntary association of Rotarians formed for the purpose of conducting international service projects that advance the object of Rotary. A Rotary Fellowship is a group of Rotarians who unite themselves to pursue a vocational or recreational activity."


Günther SchellBericht des stellvertretenden Vorsitzenden Günther Schell

Günther Schell berichtete von zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland. Besondere Höhepunkte waren Vorträge in Lens (Frankreich) und in Huntsville (Kanada). Ein Seminar in Bad Neuenahr und eine Weiterbildung von zwei Gynakologinnen aus Nepal und aus Bangladesh.

Mitgliederentwicklung - Wilma Heim
Per 11.11.2005 hatte RFPD 5744 Mitglieder, davon 445 aus Inner Wheel, 5004 aus Rotary Clubs und 485 aus Rotaract. 23 Spender konnten nicht zugeordnet werden. Der stärkste Inner Wheel Distrikt ist D. 88, während die D. 86 und 87 starke Zuwächse verzeichneten. Bei Rotary fielen die Zuwächse in D.1930 besonders stark aus. Damit holt D.1930 fast den D.1860 mit seinen 752 Mitgliedern als führenden Distrikt ein. Bei Rotaract sind kaum Veränderungen zu verzeichnen.

Besondere Kreativität entwickelt Wilma Heim bei ihren Vorträgen: sie sammelt ausgeteilte Prospekte und Beitrittserklärungen wieder ein - damit sie nicht sang- und klanglos in irgendwelchen Jackentaschen verschwinden. Als Ergebnis beschäftigen sich die Zuhörer viel intensiver mit der Materie, lesen die Prospekte - und werden Mitglied. Kreativität ist auch beim Geld angesagt: Heim nennt keine Kontonummer - sie nimmt gleich "alles, was irgendwie wie Geld aussieht." Der Club bekommt anschließend eine Quittung, und die RFPD-Kasse verbucht einen weiteren Zugang .

Martin GutscheProjektcontrolling - Martin Gutsche

Im September 2005 übernahm Martin Projekte das Projektcontrolling von Ulrich Heymann. 37 Projekte sind aktiv oder abgeschlossen. Davon sind 11 Projekte direkt von RFPD, während die meisten Projekte zusammen mit RDG durchgeführt werden. Das Gesamtvolumen beträgt 4,8 Mio.
Mühsam ist der steuerliche Nachweis der Gemeinnützigkeit, daher sind bestimmte Prozeduren zur Dokumentation und Verfolgung der Projekte unumgänglich. Unterstützt wird Gutsche von Erich Hufnagel, der die Projektgesuche bearbeitet.

Finanzen - Wilma Heim
Einnahmen von 53.000 € stehen knapp 52.000 € an Ausgaben gegenüber. In den Ausgaben sind 43.000 € für Projekte und ca. 1.000 € für Verwaltungs- und 2.000 € für Reisekosten enthalten. Ca. 6.000 € entfallen auf eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung (Berlin-Studie).

Die Bestände der RFPD belaufen sich auf 165.000 € im Verein und 329.000 € im Fistula-Projekt. Der Rechnungsprüfer hat ein uneingeschränktes Testat erteilt.

Kooperationen

Weltgemeindienst - Paul-Josef Zeisler

Population und Development ist das übergeordnete Thema des Weltgemeindienstes in Deutschland. "Alle weiteren Probleme werden beherrschbarer, wenn die Bevölkerung der Erde kontrollierter wächst" (Empfehlung des DGR). Zur Linderung der heutigen Probleme werden weitere Projekte zu den Themen Wasser, Gesundheit, Hunger und Analphabetismus empfohlen. Geographischer Schwerpunkt wird Afrika sein. Für jedes dieser Themen soll eine Rotarian Action Group eingerichtet werden.

Länderausschüsse - Uwe Richardsen

Intercountry Committees (Länderausschüsse) werden bilateral zwischen zwei Ländern gegründet, um Kontakte zu fördern und Serviceprojekte länderübergreifend zu unterstützen. Den deutsch-französischen LA gibt es bereits seit 1931, damit ist er der älteste überhaupt.
Von Interesse für RFPD sind die LA mit Südafrika & Namibia, Ägypten, Nigeria, dem frankophilen Afrika. In Asien gibt es LA mit Nepal, Sri Lanka und Indien. Ein neuer LA mit Pakistan entsteht gerade.
Für RFPD stellt sich die Aufgabe, Mitglieder in den Länderausschüssen zu platzieren oder zu gewinnen. Noch wichtiger ist jedoch, in den Partnerländern für die Anliegen der RFPD zu werben und die Governors zu überzeugen.

Inner Wheel - Katrin Dyckerhoff

Inter Wheel Deutschland blüht und hat jetzt fast 7.100 Mitglieder. In jedem Distrikt soll ab 2006 eine Beauftragte für RFPD eingesetzt werden. Der IWC Coesfeld startet gerade ein RFPD-Projekt in Indien.
Rotaract - Jörg Heyl
Auf der DeuKo 2005 kam es quasi zu einem Neubeginn der RFPD-Aktivitäten in Rotaract. RAC plant, die internationalen Aktivitäten auszuweiten und weitere Projekte zu starten. Für das Vorzeigeprojekt in Alexandria hat sich ein neues Projektteam um Nici Elshorst und Katrin Jorke vom RAC Mannheim gebildet, das die Information im D.1860 offensiv angehen will. Eine "Infotour" soll in den RAC über RFPD informieren. Beim RDK soll ein RFPD-Beauftragter installiert werden. Lutz Reimer als Deutschlandsprecher unterstützt dieses Vorhaben.
Im Alexandria-Projekt wurde eine zweite Phase mit einem Budget von 20.000$ begonnen. Bisher wurden 240 Cases abgeschlossen, 48 laufen, 13 sind in Vorbereitung. 1390 Menschen profitieren von dieser Maßnahme.

Grußworte

Horst-Heiner HellgeHorst-Heiner Hellge, Director R.I.

In seinem Grußwort ging Hellge besonders auf Rotarian Action Groups ein. Die Action Groups sind etwas ganze Neues bei Rotary. Bis dahin war es ein langer Weg. Initiativen wie RFPD gab es nur wenige, und die waren beruflich oder freizeitorientiert. Serviceorientierte Fellowships gab es nicht, schon gar nicht mit einer Programmorientierung und einer weltweiten Organisation.
Mit den Rotarian Action Groups wurde eine Plattform geschaffen, um club- und distriktübergreifend Serviceprojekte zu organisieren.
Anders als Fellowships sind die Action Groups streng auf ein bestimmtes Serviceprogramm orientiert und geben den in ihnen engagierten Rotariern eine Heimat. Action Groups ergänzen die Aktivitäten der Clubs und sollen sie nicht ersetzen. Die Action Groups haben die offizielle Unterstützung des R.I. Board und können nur vom Board selbst anerkannt werden.
Neu ist auch die übergreifende Zusammenarbeit zwischen Inner Wheel, Rotary und Rotaract in den Action Groups. Dies bringt Bewegung in die weltweite Organisation und erhält sie jung.

Ingar Brüggemann, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

Für den verhinderten Geschäftsführer Jörg Maas überbrachte die stellvertretende Vorsitzende der Stiftung die Grüße der DSW (www.weltbevoelkerung.de).

Besonders in Asien, Afrika und Lateinamerika ist eine Verbesserung der Bedingungen nur mit Familienplanung und Aufklärungsprogrammen zu erreichen. "Mit Freude und Hochachtung" betrachte man das Engagement der RFPD und ihres Vorsitzenden Robert Zinser. DSW ist zu einer noch engeren Kooperation mit RFPD bereit und lädt zu einem strategischen Gespräch ein.

Projekte

3H-Projekt (Nigeria) - Bruno von Mengden

Im Februar 2005 wurde das 3H-Projekt "Verantwortete Elternschaft" in Nigeria abgeschlossen. Es war das größte Projekt der RFPD bisher. 164 Authorities, 3000 Krankenhäuser und 30000 Trainees waren eingebunden. Erstmalig arbeitete Rotary auch mit der EU zusammen und bekam von dort Gelder. Die Arbeit im Feld war unter einfachsten Bedingungen zu leisten. Indem man lokale Autoritäten eingebunden hat, entstand eine Nachfrage in der lokalen Bevölkerung. In Nigeria hinterlässt das Projekt nachhaltige Eindrücke.

Fistula-Projekt

Ein Großprojekt zur Verbesserung der Müttergesundheit ist in den nordnigerianischen Staaten Kano und Kaduna angelaufen. Ein umfangreiches Netzwerk vom Gesundheitsministerium bis zu Dorfältesten war aufzubauen, bevor man anfangen konnte, die lokalen Strukturen vor Ort zu schaffen. Derzeit ist man dabei, die nötige Ausstattung zu beschaffen und Ärzte und Schwestern auszubilden. Als nächster Schritt wird bis Februar 2006 der erste OP eingerichtet - und anders als in Deutschland muss man sich in Nigeria auch um die Versorgung mit Wasser und Strom kümmern.

Gesundheitsstationen und Hospitäler in Kaduna State werden systematisch erhoben um die Aktivitäten im Projekt genau zu planen:

Landkarte mit Gesundheitsstationen und Hospitäler in Kaduna State

Andere Projekte

Neben vielen anderen wird auch ein nachhaltiges Projekt im äthiopischen Regenwald unterstützt. Dort in Kaffa wächst wilder Kaffee, der als Delikatesse gilt und vom Aussterben bedroht ist. Das Magazin GEO hat über diese Region umfangreich berichtet (siehe GEO-Artikel).

Sonstiges

Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Nach fünf Jahren als stellvertretender Vorsitzender hat Günther Schell nun den Vorstand verlassen. Vorsitzender Zinser ehrte ihn mit einem PHF mit einem  Rubin und einer Flasche Champagner der Marke "Robert". Wie Brüder sei man gewesen und habe viel zusammen gelacht, antwortete Schell und zitierte ein nigerieanisches Sprichwort: "Lachen ist der wertvollste Schutz vor Feinden".
Als Nachfolger für Schell wurde PDG Ekkehart Pandel einstimmig gewählt
Neu in den Vorstand kamen Jörg Abigt (Ehingen-Alb Donau) Mitgliederbetreuung und –werbung, Martin Gutsche (Oldenburg) als Projekt-Controller und Adolf Schätzlein (Kaarst) für die Finanzen im Fistula-Projekt.
Robert Zinser wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Als Wirtschaftsprüfer wurde Eberhard Weber (Oberhausen) bestimmt.




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