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Basisinformationen |
22. Mai 2012 |
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ICPD - Internationale Konferenz über Weltbevölkerungswachstum und Nachhaltige Entwicklung (September 1994)
Kairo, 5. bis 13. September 1994
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Hintergrund
Die Internationale Konferenz über Weltbevölkerungswachstum und Nachhaltige Entwicklung, auch Weltbevölkerungskonferenz genannt, fand vom 5. bis 13. September 1994 in Kairo statt. Sie stand unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und wurde von einem Sekretariat organisiert, das sich aus dem Bevölkerungsressort der UN-Abteilung für Wirtschaftliche und Soziale Information und Politische Analyse sowie dem UN-Bevölkerungsfond UNFPA zusammensetzte.
Mit 11.000 angemeldeten Teilnehmern aus Regierungen, UN-Organisationen und UN-Fachbüros, zwischenstaatlichen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und Medien war es die bisher größte Weltbevölkerungskonferenz. Über 180 Staaten nahmen an den Verhandlungen zur Verabschiedung eines Aktionsprogrammes für Bevölkerung und Entwicklung für die nächsten 20 Jahre teil.
Das Aktionsprogramm, am 13. September 1994 per Akklamation verabschiedet, markiert einen Strategiewechsel, denn es betont die wesentlichen Verbindungen zwischen Bevölkerung und Entwicklung und stellt die Bedürfnisse des Einzelnen in den Mittelpunkt, nicht die Erfüllung demographischer Ziele.
Der Schlüssel für diesen neuen Ansatz ist, Frauen zu mehr Rechten und größerer Macht zu verhelfen ("Empowerment"). Durch verbesserten Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten, Entwicklung ihrer Fähigkeiten, Beschäftigung und schließlich durch volles Einbeziehen in die Politik sowie in Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen sollen Frauen mehr Möglichkeiten eröffnet werden. Es ist als eine der größten Leistungen der Konferenz von Kairo zu werten, daß die Notwendigkeit eines Machtzuwachses für Frauen anerkannt wurde, sowohl als wichtiges Ziel an sich als auch als Schlüssel für die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität.
Eines der Hauptziele des Aktionsprogramms ist es, bis zum Jahr 2015 Familienplanung als Teil eines breiteren Ansatzes hin zu Reproduktiver Gesundheit und Reproduktiver Rechte allgemein zugänglich zu machen. Zielsetzungen des Programms sind außerdem Bildung, insbesondere für Mädchen, und die weitere Reduzierung der Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit. Weitere Themen sind Bevölkerung, Umwelt und Verbrauchsmuster, Familie, Binnenwanderung und internationale Wanderungsbewegungen, vorbeugende und eindämmende Maßnahmen gegen HIV/AIDS, Technik, Forschung und Entwicklung sowie die Partnerschaft mit dem Nichtregierungsbereich. Das Aktionsprogramm gibt Schätzungen über die nationalen Ressourcen und die benötigte internationale Unterstützung ab und fordert die Regierungen dazu auf, diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Das Aktionsprogramm baut sowohl auf dem Weltbevölkerungs-Aktionsplan auf, der 1974 von der Weltbevölkerungskonferenz in Bukarest verabschiedet wurde, als auch auf den Empfehlungen der Internationalen Bevölkerungskonferenz von Mexiko City 1984. Weitere Grundlagen sind die Ergebnisse des Weltkindergipfels (1990), der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (1992) und der Weltmenschenrechtskonferenz (1993). Die wichtigsten Schwerpunkte der ICPD wiederum wurden noch einmal auf dem Weltgipfel für soziale Entwicklung und auf der Vierten Weltfrauenkonferenz bestätigt; beide fanden 1995 statt.
Programm
Aktuelles Programm
Der UN-Bevölkerungsfond UNFPA unterstützt das Recht von Paaren und Einzelpersonen, frei verantwortlich über die Anzahl ihrer Kinder zu entscheiden und darüber, in welchem Abstand diese Kinder zur Welt kommen sollen. Sie haben das Recht auf die dazu nötigen Informationen und Hilfsmittel.
Alle vom UN-Bevölkerungsfond finanzierten Projekte entsprechen den Prinzipien und Zielen des Aktionsprogramms der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD), das Zwang in jeglicher Form für inakzeptabel erklärt.
Programmschwerpunkte Reproduktive Gesundheit, einschließlich Familienplanung und Sexualgesundheitsversorgung
Der UNFPA unterstützt die reproduktive Gesundheitsversorgung aller Frauen und Männer in fortpflanzungsfähigem Alter. Diese Versorgung beinhaltet auch eine breite Auswahl an Familienplanungsmaßnahmen und -informationen. Zur Reproduktiven Gesundheitsversorgung zählen:
- eine hochwertige freiwillige Familienplanung
- eine sichere Mutterschaft, was Ernährung, pränatale und postnatale Versorgung, Geburtshilfe und die Verringerung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit einschließt
- Beratung und Vorbeugung gegen Unfruchtbarkeit
- Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen der Geschlechtsorgane und von Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, wie z.B. HIV/AIDS.
Bevölkerungs- und Entwicklungsstrategien
Der UN-Bevölkerungsfond UNFPA hilft Entwicklungsländern bei der Formulierung, Umsetzung und Bewertung einer umfassenden Bevölkerungspolitik als zentralen Teil von Strategien zur nachhaltigen Entwicklung. Dies beinhaltet auch Unterstützung bei Datenerfassung und -analyse sowie Forschung.
Der UNFPA hilft Ländern, ihre Datenerfassung, Datenanalyse und Forschung zu verbessern und die Ergebnisse in Entwicklungpolitik und -praxis einfließen zu lassen. Ein wichtiger Teil der UNFPA-Arbeit in diesem Bereich ist es, die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Stellung der Frau zu verbessern, z.B. durch allgemein zugängliche Bildung für Mädchen und Frauen.
Fürsprache und Beratung
Der UN-Bevölkerungsfond ist ein Verfechter der Ziele der Weltbevölkerungskonferenz, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Entscheidende Themen sind dabei reproduktive Gesundheit und reproduktive Rechte, geringere Säuglings- und Müttersterblichkeit, gleiche Ausbildungschancen für Mädchen und Jungen, Gleichberechtigung, Stärkung der Stellung der Frau, die Entwicklung der Fähigkeiten von Ländern, umfassende Bevölkerungs- und Entwicklungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen, und die Erhöhung der Ressourcen für Bevölkerungs- und Entwicklungsinitiativen.
Regionale Programme
In Afrika arbeitet der UNFPA an der Verbesserung der Reproduktiven Gesundheit und versucht, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu senken und die Benutzung moderner Verhütungsmittel zu fördern.
In den Ländern Nordafrikas und Westasiens unterstützt der UN-Bevölkerungsfond Bemühungen, die Lage und den Status von Frauen zu verbessern und Programme zur Förderung ihrer Reproduktiven Gesundheitsversorgung einzurichten.
Der asiatische und pazifische Raum stellt die bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde. Er verfügt über eine reiche kulturelle, religiöse und wirtschaftliche Vielfalt – und damit über sehr unterschiedliche Bedingungen für Bevölkerungsprogramme. Durch angepaßte Programme hat der UN-Bevölkerungsfond diesen Ländern geholfen, in den letzten Jahrzehnten den Zugang und die Verfügbarkeit von Familienplanungsdiensten zu verbessern.
Viele UNFPA-Programme in Lateinamerika und auf den karibischen Inseln stellen die Bedürfnisse junger Menschen in den Vordergrund.
Weltweite Programme und Initiativen
Die UNFPA Global Initiative ist ein interdisziplinäres Projekt, das das ICPD-Mandat für die Bereitstellung und Verwaltung von Bedarfsgütern der Reproduktiven Gesundheit auf nachhaltiger Basis erfüllen möchte. Die Initiative konzentriert sich auf die Koordination von Beratung und Spendern, den Aufbau von Fähigkeiten innerhalb der Länder und Nachhaltigkeit.
Die Gender Theme Group ist eine UNFPA-Initiative, die sich darum bemüht, geschlechtsspezifische Perspektiven in die drei Kernbereiche des UNFPA-Programms einzubringen. Diese drei Bereiche sind: Reproduktive Gesundheit und Sexualgesundheit einschließlich Familienplanung, Bevölkerungs- und Entwicklungsstrategien sowie Fürsprache und Beratung.
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