Kampf gegen Kinderlähmung - Nationaler Aktionstag der deutschen Rotary Clubs
Am 24.10.2009 findet anlässlich des Weltpoliotages deutschlandweit ein Nationaler Aktionstag der deutschen Rotary Clubs mit dem Motto "Kampf gegen Kinderlähmung" statt. Der Rotary-Club Nürtingen-Kirchheim/Teck wird gemeinsam zusammen mit dem Rotary-Club Kirchheim/Teck-Nürtingen in den Fußgängerzonen von Kirchheim/Teck und in Nürtingen über dieses Ereignis informieren.
Was ist
Polio?
Die
Poliomyelitis (Polio), zu deutsch Kinderlähmung, ist eine von Viren
übertragene, hoch ansteckende Infektionskrankheit, die dank massiver
Impfmaßnahmen heute nur noch in wenigen Ländern eine akute Bedrohung darstellt.
Durch die
Entwicklung von Impfstoffen in den 50er Jahren in den USA (Jonas Salk, Albert
Sabin) konnten seit Beginn der 60er Jahre Reihenimpfungen vorgenommen werden,
die die Krankheit in Deutschland in wenigen Jahren zum Verschwinden gebracht
haben. Dauerhafter Schutz setzt allerdings voraus, dass die Polio-Schutzimpfung
alle zehn Jahre aufgefrischt wird. Denn solange die Übertragungskette weltweit
nicht unterbrochen wurde, besteht die Gefahr der Wiedereinschleppung von Viren.
Wer ist
Rotary?
Rotary International ist eine weltanschaulich nicht gebundene, überparteiliche
Vereinigung von 1,2 Millionen Männern und Frauen aller Berufe, die sich in
weltweit 33.000 Clubs zusammengeschlossen haben. Unter dem Motto „Service above
Self“ (Selbstlos dienen) verfolgen die Clubs jeweils eigene gemeinnützige
Projekte, beteiligen sich aber auch an den großen Gemeinschaftsprogrammen wie
dem Kampf gegen die Kinderlähmung und dem weltweit größten privaten
Jugendaustausch.
In
Deutschland gibt es 48.000 Rotarierinnen und Rotarier in 947 Clubs.
Rotary, 1905
in Chicago gegründet und heute in 168 Ländern der Erde vertreten, versteht sich
als Serviceclub, der sich im eigenen Gemeinwesen oder auch international um die
allgemeine Verbesserung der Lebensverhältnisse bemüht, insbesondere dort, wo
keine staatliche oder andere Institution Hilfe leisten kann.
Was ist
PolioPlus?
Unter diesem Namen führt Rotary International seit 1985 seine
Schwerpunktkampagne gegen die Kinderlähmung. Damals wurde das Ziel ausgegeben,
bis 2005 alle Kinder der Welt gegen Polio zu impfen.
Begonnen
hatte man damit bereits 1979, als Rotarier die Impfung von 6,3 Millionen
Kindern auf den Philippinen beschlossen. Daraufhin sank die Infektionsrate dort
um 68 Prozent.
Dieser
Erfolg und die Spendenbereitschaft der Rotarier, die für die Ausrottung der
Kinderlähmung in kurzer Zeit über 200 Millionen US-Dollar spendeten, bewegte
die Weltgesundheitsorganisation WHO 1988 dazu, sich an der Kampagne zu
beteiligen. Daraus entstand die Global Polio Eradication Initiative (GPEI), in
der vier Partner zusammenarbeiten:
Rotary International, die WHO, das Kinderhilfswerk UNICEF und die
US-Gesundheitsbehörden CDC.
Wo stehen
wir heute?
Rotarys Ziel von 1985, bis 2005 jedes Kind gegen Polio zu impfen, konnte zwar
noch nicht erreicht werden, aber das Ziel ist greifbar nahe. Durch die
effektive Arbeit der GPEI gelang es in zwanzig Jahren die Zahl der
Neuinfektionen von 350.000 in 125 Ländern (1988) auf 1.437 in vier Ländern
(2008) zu senken – ein Rückgang um über 99 Prozent. Dabei wurden weit über zwei
Milliarden Kinder vor Polio geschützt.
Nur in
bestimmten Gebieten in Afghanistan, Pakistan, Indien sowie in Nigeria besteht
noch akute Ansteckungsgefahr. Hier ist die Situation besonders schwierig, weil
eine konsequente Durchimpfung durch verschiedene Faktoren erschwert wird:
In Nigeria
bestanden in muslimischen Gebieten lange Zeit große Vorbehalte gegen diese
„westliche“ Kampagne. Inzwischen haben sich die religiösen Führer durch massive
Aufklärung der Islamischen Konferenz umstimmen lassen und unterstützen die
Impfungen, sodass die Impfquote von derzeit 42 Prozent bald deutlich steigen
dürfte.
Das
Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan ist geprägt von den
Flüchtlingslagern infolge des Bürgerkriegs. Hier erschweren die schlechte
allgemeine Versorgungslage und die zerstörte Infrastruktur die Impfmaßnahmen.
Auch in Indien, speziell im Bundesstaat Uttar Pradesh, stehen die
Impfteams vor enormen logistischen Problemen.
Was passiert
mit meiner Spende?
Ihre Spende dient der Vorbereitung weiterer Massenimpfungen in den genannten
Gebieten, aber auch in den nach wie vor gefährdeten Nachbarländern zur
Verfügung. Dazu organisieren Rotary und die WHO so genannte Nationale Impftage
(NID), bei denen an zentralen Stellen im ganzen Land Schluckimpfungen
verabreicht werden oder kleine Impfteams von Haus zu Haus gehen.
Für den
Kampf gegen die Kinderlähmung hat Rotary bisher über 600 Millionen US-Dollar
aufgebracht und mit tausenden Freiwilligen Impfaktionen durchgeführt.
Mit Ihrer
Spende befinden Sie sich in bester Gesellschaft: Gerade erst hat der Gründer
der Firma Microsoft, Bill Gates, Rotary 100 Millionen US-Dollar für die
Schlussphase dieser Kampagne gespendet. Voraussetzung: Rotary selbst bringt in
den nächsten drei Jahren ebenfalls 100 Millionen US-Dollar zusammen. Danke,
dass Sie uns dabei helfen!
Wann ist das
Ziel erreicht?
Das lässt sich leider nicht genau vorhersagen. Die beschriebenen
Schwierigkeiten machen jede konkrete Terminnennung unseriös.
Aber das
Ziel ist greifbar nahe. Wenn es in den nächsten zwei Jahren gelingt, in den
genannten Gebieten die Übertragungskette zu unterbrechen, ist der entscheidende
Schritt zur Ausrottung von Polio getan.