Rotary diskutiert mit jungen Menschen auf Burg Liebenzell aktuelle Fragen
Seminar zum Thema „Normen, Werte und Verantwortung in einer sich wandelnden Welt“
Sieben junge Frauen und 15 junge Männer im Alter von 20 bis 32 Jahren verbrachten auf Einladung der Rotary Clubs Böblingen-Schönbuch und Nagold-Herrenberg ein interessantes Wochenende vom 7. bis 9. November 2008 auf Burg Liebenzell bei lebhaften Diskussionen und intensivem Meinungsaustausch. Das Themenspektrum umfasste drei Bereiche.
Die erste Diskussionsrunde beschäftigte sich mit dem Zusammenspiel von Gewerkschaften und Unternehmen. Nach Impulsen von Vertretern der beiden Seiten bearbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppen Fragen zum „perfekten und gerechten Unternehmen“ und zu einem Szenario wie eine geplante Verlagerung eines Unternehmensteils ins Ausland abgewendet werden könnte. Die Ergebnisse der lebhaften und auf hohem Niveau geführten Gespräche in den Gruppen wurden im Plenum präsentiert und sehr differenziert diskutiert. Im Vordergrund standen hier Fragen, wie man gemeinsam zu ethisch vertretbaren Lösungen kommen kann.
„Christentum und Islam: Krieg zwischen den Kulturen?“ behandelte die grundlegenden Werte und Normen der beiden Religionen. Nach einführenden Referaten aus christlicher und islamischer Sicht beschäftigten sich die jungen Menschen mit Fragen zur Integration und zur eventuellen Übernahme von Werten der verschiedenen Kulturen. Bei diesem hochaktuellen Thema kam es zu überaus interessanten und in der Sache auch kontroversen Diskussionen. Eine zweite Gruppe setzte sich damit auseinander, wie Werte begründet werden können, ob dazu eine absolute Instanz (Gott) notwendig ist oder ob ein Diskurs, gegründet auf der menschlichen Vernunft, dazu hinreicht. Die letzte Gruppe bearbeite Gemeinsamkeiten der Weltreligionen im Sinne des Projekt Weltethos. Konsens bestand darin, dass es wichtig ist, dass die verschiedenen Religionen miteinander und nicht nur übereinander reden.
Der demographische Wandel der Gesellschaft war der Rahmen der letzen Runde. Ursachen, Probleme und Chancen wurden nach einem mitreisenden Referat erforscht und kreativ bearbeitet.
Auch der gemütliche und informelle Teil des Seminars kam nicht zu kurz. Rotaract Stuttgart, die „Jugendorganisation“ von Rotary gestaltet die beiden Abende im gemütlichen Ambiente der Burg Liebenzell.
Abschließend überreichten die Präsidenten der beiden Clubs, Hansjörg Frey und Steffen Rathke, die Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme an diesem RYLA-Seminar an die jungen Damen und Herren.
Rotary Youth Leadership Award ist ein Programm zur Förderung junger Erwachsener, ihrer Pesönlichkeitsentwicklung und ihres Führungsverhaltens. RYLA-Seminare werden von Rotary weltweit gestaltet, um junge Erwachsene anzusprechen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für sich, für andere und für die Allgemeinheit.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich zum Abschluss bei den Jugenddienstbeauftragten der beiden Rotary Clubs, Stefan Sulz, Ernst Horlacher und Walter Kinkelin für die interessante Themenauswahl und die gelungene Organisation des Seminars.