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22. Mai 2012 |
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Samstag, 04. Juli. 2009
Von der Achalm nach Urspring
Mit fast verdreifachter Teilnehmerzahl erlebte die Benefizveranstaltung eine grandiose zweite Auflage mit 7 400 Euro Erlös.
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| Fußpflege in Wittlingen
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„Schaff ich’s oder schaff ich’s nicht“, das war die große Frage beim Start zur zweiten 24 Stunden Wanderung quer durchs frisch anerkannte Biosphärengebiet. Rund 80 von fast hundert gemeldeten Teilnehmern insgesamt brachen am Samstag Morgen um zehn Uhr an der Reutlinger Achalm auf. Sie hatten einen Tag und eine Nacht zu Fuß, eine Strecke von 72 Kilometern und 3 000 zu bewältigende Höhenmeter die Alb hinauf und in die Täler hinab vor sich. Andere stießen erst nach Mitternacht beim Halt in Münsingen und später dazu - da waren ein paar schon wieder mit müden Füßen ausgestiegen. 45 hatten dann am Sonntag Morgen tatsächlich die volle Kilometerzahl bis Urspring geschafft: eine Leistung, die mancher von sich selbst kaum erwartet hatte.
Mit fast verdreifachter Teilnehmerzahl erlebte die Benefizveranstaltung eine grandiose zweite Auflage. Bis auf wenige waren alle Wanderer vom Vorjahr wieder mit dabei und hatten gleich noch jemanden mitgebracht. Ein “unvergessliches Erlebnis” war es übereinstimmend für alle, egal wie weit und wie lange sie mitgewandert waren. Für die Helfer im Club und Karl Eberhardt, den Initiator dieser ganz besonderen Sport- und Naturerfahrung sowie Clubpräsident Jochen Kay war es der schönste Dank nach langer intensiver Vorarbeit und vollem Einsatz rund um die Uhr.
Nur zwei waren nicht ganz zufrieden: Niklas und Christoph Jllig aus Münsingen, 8 und 9 Jahre alt, schafften es nicht wie vorgenommen bis nach Hause, sondern wurden nach 40 gewanderten Kilometern in Seeburg von der Müdigkeit übermannt. Als erste tauchten sie jeweils munter an den Raststationen auf und hatten nebenher noch ein paar Meter mehr als die Erwachsenen absolviert. Der elfjährige Lennart Keck aus Reutlingen erreichte dagegen nach 46 Kilometern um 1 Uhr morgens stolz sein anvisiertes Ziel, das Münsinger Rathaus.
Dort war unter dem Vordach ein stattliches Büfett mit Ziegenkäse, Obst und Joghurt aufgebaut. Bürgermeister Münzing schöpfte die Maultaschen– eine von vielen kulinarischen Überraschungen an insgesamt 8 Verpflegungsstationen neben dem abschließenden Weißwurstfrühstück in der Urspring-Schule. Die Gemeinden auf der Strecke hatten für die Verpflegung mit gesorgt: Saftige Kirschen gab es beim Wanderheim auf der Eninger Weide, Spaghetti wurden tief im Wald bei den Höllenlöchern serviert, belegte Wecken, Kaffee und Hefezopf erwarteten die Wandergruppe am Spätnachmittag im eleganten Saal der Bad Uracher Schlossmühle.
Wie seine Kollegen Schweizer, Hillert und Wolf vor ihm begrüßte Bürgermeister Rebmann die Wandertruppe und vergaß auch nicht, ihnen die besonderen Schönheiten seiner Gemeinde mit ihren „Hang-und Schluchtwäldern“ ans Herz zu legen. Die waren bis dahin bei manchem schon deutlich in den Waden zu spüren. Der Eninger Bürgermeister war sogar das erste Teilstück mitgewandert.
In Wittlingen hatte der mitziehende Verpflegungstross Tische und Bänke unter den Bäumen am Wanderparkplatz aufgebaut, in Seeburg beleuchteten Fackeln und die mit Strom aus Wasserkraft betriebenen Hoflichter den Halt bei der Pumpstation.
Über die Hälfte der Strecke war da schon geschafft – durch einen ungeplanten Umweg beim Abstieg vom Hohenwittlingen auch ein wenig mehr. Ein fast voller, goldfarbener Mond leuchtete der inzwischen stiller gewordenen Gruppe auf dem Weg den Bahnschienen entlang durchs Heutal und Schandental. Vogelstimmen kündigten gegen 5 Uhr den Sonntagmorgen an und kurz darauf in Sondernach war es schon wieder Tag: ein deutlicher Vorteil gegenüber dem Septembertermin der ersten 24 Stunden Wanderung. Das galt ebenfalls für die Temperaturen. Muskeln mögen es lieber warm als kalt – vielleicht haben deshalb mehrere beim zweiten Mal die Strecke ganz gepackt. Kein Scherz wie manche glaubten war das Angebot einer professionellen Massage in Seeburg und Münsingen: sie machte manch müde Beine wieder fit für den Rest der Strecke.
Zum Weißwurstfrühstück in der Urspring Schule begrüßte Pastgovernor Völker im rotarischen Arbeitsschurz die 24 Stunden Wanderer. Und offerierte eine Sonderspende von 300 Euro aus dem Budget von Governor Steeb. Dank zahlreicher Sponsoren auch aus den eigenen Reihen des Münsinger Clubs und dem Extrabetrag von 10 Euro pro Teilnehmer aus der Clubkasse wurde die Spendensumme vom Vorjahr mit 7 400 Euro deutlich übertroffen. Eine Hälfte davon geht an die Münsinger Tafel, die andere an den Verein Schwäbische Alb-Bahn und sein Projekt „Württemberger Zug“. Ein Schienenbus brachte denn auch die Teilnehmer zurück nach Münsingen – auf der gleichen Strecke, die sie in der Nacht zu Fuß zurückgelegt hatten.
Weitere Bilder gibt es unter "Wanderpausen"
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