Lauffen - Schule − und was kommt danach?
Unabhängig vom besuchten Schultyp
steht jeder junge Mensch irgendwann vor dieser entscheidenden Frage. Gut, wenn
man bis dahin schon eine Vorstellung von weiteren Ausbildungsmöglichkeiten hat.
Impulse zur Berufsorientierung lieferten in dieser Woche gleich zwei
Veranstaltungen in der Hölderlinstadt Lauffen: Zum Berufsinformationsabend des
Rotary-Clubs Abstatt-Lauffen waren Schüler des Hölderlingymnasiums eingeladen.
Auf der Börse für weiterführende Schulen informierten sich Haupt- und
Realschüler aus der gesamten Region über Alternativen zum Ausbildungsplatz.
Berufsbilder "Man sollte der Stimme des Interesses folgen. Hat man
Lust am Beruf, bringt man auch gute Leistungen", unterstreicht Hannes
Krause, Personalleiter der Firma Schunk im Ausbildungszentrum des Unternehmens.
Die Frage "Wie mache ich schnell Geld?", sollte bei der Berufswahl
auf keinen Fall im Vordergrund stehen, erklärt der Personalleiter den rund 70
Schülern der Jahrgangsstufe 1 des Hölderlin-Gymnasiums.
Nachdem Krause einen Überblick über die Auswahlkriterien der Firma bei
Bewerbungen für ein duales Hochschulstudium darlegte, konnten sich die jungen
Gäste bei den rund 30 RC-Mitgliedern und eingeladenen Berufsvertretern
verschiedener Institutionen über Berufsbilder etwa in Industrie, Handel,
Betriebswirtschaft, Jura oder Medizin informieren.
"Im Ingenieurwesen gibt es vielfältige Bereiche wie Export, Einkauf
oder Logistik bei ganz unterschiedlichen Firmen", gibt Samuel Härer seine
eigenen Erfahrungen an Emma Weeber weiter. "Eine wichtige Voraussetzung
ist, dass man gerne tüftelt und wissen will, wie und warum etwas
funktioniert", so Härer. Für die 16-jährige Emma ist ein solcher Beruf
durchaus vorstellbar, schließlich habe sie schon als Kind gemeinsam mit dem
Vater Platinen bestückt. "Wie sieht denn der Arbeitstag eines Ingenieur
aus?", möchte die Schülerin noch wissen und erfährt, dass man nicht nur am
Schreibtisch sitzt. "Das direkte Gespräch mit den Berufsvertretern ist für
unsere Schüler sehr wertvoll", lobt Schulleiter Edgar Schneiders.
Fachrichtungen Großer Andrang herrscht in der Lauffener Stadthalle: Die
Chance, sich bei allen zwölf Berufsfachschulen, beruflichen Gymnasien und
Berufskollegs im Stadt- und Landkreis über Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem
Abgang von Haupt- oder Realschule zu informieren, stößt auf positive Resonanz.
"Man bekommt einen Überblick über die verschiedenen Fachrichtungen",
weiß Johannes Schäffer die Börse für weiterführende Schulen zu schätzen.
"Wichtig sind zudem die Informationen über die Voraussetzungen, um an den
Schulen aufgenommen zu werden."
Sein Sohn Jonas ist zwar erst in der neunten Realschulklasse, "aber da
auch der Notendurchschnitt entscheidend ist, kann man sich schon jetzt darauf
einstellen," so der 14-Jährige. In die technisch-handwerkliche Richtung
soll es beruflich gehen, und so nimmt der Schüler schon jetzt die Gelegenheit
wahr, sich an den Informationsständen im persönlichen Gespräch umfassend über
die angebotenen Schwerpunkte der öffentlichen und privaten Schulen zu
informieren.
"Vieles klingt ähnlich, aber es gibt große Unterschiede in den
jeweiligen Fachrichtungen", erklärt Schulsozialarbeiterin Heike Witzemann,
Mitglied des Arbeitskreises 3 der Lauffener Agenda Jugend, die die Börse
veranstaltet. Damit die Familien bis zu den Anmeldefristen der Schulen im
Februar ausreichend Zeit für ihre Überlegungen hätten, habe man den Zeitpunkt
der Veranstaltung jetzt gewählt, erklärt Achim Wanner von der Agentur für
Arbeit.